[Rezension] Brüste und Eier von Mieko Kawakami

26. Dezember 2020





Titel: Brüste und Eier
Autor: Mieko Kawakami
Erschienen: 18. August 2020
Preis: Gebunden € 24,00 / ebook € 19,99
Seitenanzahl: 496
Verlag: DuMont Buchverlag


"An einem drückend heißen Sommertag wird die dreißigjährige Natsuko von ihrer älteren Schwester Makiko und deren Tochter Midoriko in Tokio besucht. Makiko, die mit zunehmendem Alter mit ihrem sich verändernden Körper nicht zurechtkommt, ist davon besessen, sich einer Brustvergrößerung zu unterziehen. Währenddessen ist ihre zwölfjährige Tochter Midoriko von der einsetzenden Pubertät überfordert und sieht sich außerstande, in einer Gesellschaft, die alles Intime und Körperliche tabuisiert, ihre Ängste, Bedürfnisse und Fragen offen zu kommunizieren. Und auch die asexuelle Natsuko hadert mit der Frage, welche Rolle noch bleibt – als unverheiratete Frau, die nicht mehr Tochter ist und vielleicht nie Mutter sein wird. "


Dieses Buch ist mir hauptsächlich wegen des etwas anderen Titels aufgefallen, aber ebenfalls klang der Klappentext so interessant, wahrscheinlich auch deshalb, weil ich ein großes Interesse an der japanischen Kultur habe, sodass ich das Buch unbedingt lesen musste.

Das Buch ist mal etwas ganz anderes als die Bücher, die ich normalerweise lese. Deshalb ist mir die Rezension dazu auch etwas schwergefallen. Denn in dieser Geschichte geht es um die 30-Jährige Natsuko, welche von Osaka nach Tokyo gezogen ist und ihren Platz in der Gesellschaft sucht, denn sie ist die meiste Zeit eher ein Einzelgänger und hat auch kein wirkliches Interesse an einen Mann in ihrem Leben. Im Sommer 2008 wird Natusko von ihrer 9 Jahre älteren Schwester Makiko und deren 13-jährigen Tochter Midoriko besucht. Makiko ist davon überzeugt, dass sie ihr Leben mit einer Brust-OP verbessern will und redet während ihres Besuches kaum von etwas anderem. Ihre Tochter Midoriko hingegen redet schon seit Monaten nicht mehr mit ihrer Mutter und teilt sich hauptsächlich nur noch schriftlich mit. Ihre Gedanken erfährt man auch hin und wieder durch Tagebucheinträge, welche immer mal wieder zu lesen sind.

Die Geschichte ist in zwei Abschnitte unterteilt, der erste Abschnitt spielt im Sommer 2008, wo Natsuko von ihrer Schwester, Makiko und deren Tochter, Midoriko besucht wird. Der zweite und auch längere Abschnitt der Geschichte spiel dann zwischen 2016 und 2019 und befasst sich dann fast nur noch mit Natsukos Wunsch ein Kind zu bekommen, obwohl sie keinen Mann an ihrer Seite haben möchte, denn sie ist Asexuell und möchte doch trotzdem ein Kind haben. Dies ist jedoch nicht einfach und so sucht sie eine Lösung wie sie doch noch Mutter werden kann, was Gesellschaftlich gesehen nicht wirklich akzeptiert wird.

Es ist das erste Mal, dass ich eine Geschichte wie diese gelesen habe und obwohl eigentlich nicht wirklich viel passiert und wir Natusko hauptsächlich nur auf ein kleines Stück auf ihrem Lebensweg begleiten, so ist die Handlung doch sehr interessant und auch sehr emotional geschrieben. Oft ging mir die Geschichte wirklich unter die Haut, obwohl Natsuko's Gedanken für mich nicht immer nachvollziehbar waren, so habe ich doch richtig ihre Verzweiflung oder besser gesagt ihren Drang Mutter zu werden verstanden und habe sehr mit ihr mitgefiebert.


Ein sehr interessantes Buch, dass wirklich unter die Haut geht. Obwohl es ziemlich dick ist, wird es doch nicht wirklich langweilig. Hin und wieder wurde es ein bisschen bedrückend und manchmal musste ich es kurz zur Seite legen, denn die Themen, die hier behandelt werden, sind doch ziemlich schwer. Der Druck der Gesellschaft wird hier deutlich gezeigt und wie es ist, wenn man nicht der "Norm" entspricht. Doch ich finde auch, dass Natsukos Gefühle und Gedanken das Buch sehr interessant gemacht haben. Auf jeden Fall mal ein etwas anderes Buch für mich und meinen sonstigen Lesegeschmack.



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